CSV nach GAMP 5 (2. Ausgabe): Weniger Dokumentation, mehr Datenintegrität

Die zweite Ausgabe von GAMP 5 stellt Critical Thinking und einen risikobasierten Ansatz in den Vordergrund: computergestützte Systeme validieren, ohne in Dokumentations-Ballast zu ersticken.
CSV nach GAMP 5 (2. Ausgabe): Weniger Dokumentation, mehr Datenintegrität
July 12, 2026

Die Computer System Validation (CSV) hat einen schlechten Ruf: zu oft steht sie für Stapel von Testskripten, die niemand liest. Die zweite Ausgabe von GAMP 5 räumt damit auf und rückt den eigentlichen Zweck in den Vordergrund: belastbare Datenintegrität bei angemessenem Aufwand.

Risiko steuert den Aufwand

Der Kern bleibt der risikobasierte Ansatz: Der Validierungsaufwand richtet sich nach Patientenrisiko und GxP-Impact, nicht nach dem Prinzip „alles testen“. Systeme mit geringem Risiko werden schlank behandelt, kritische Funktionen dafür umso gründlicher.

Kategorisierung und Lieferanten-Leverage

Eine saubere Zuordnung in die GAMP-Softwarekategorien (1/3/4/5) entscheidet über den Weg. Bei Standardsoftware lässt sich die Arbeit des Lieferanten nutzen: ein qualifiziertes Lieferanten-Assessment vermeidet Doppelarbeit, statt jeden Testfall selbst zu wiederholen.

  • Kategorie sauber bestimmen, bevor getestet wird.
  • Lieferantendokumentation bewerten und nutzen.
  • Testen, was Risiko trägt, nicht, was leicht zu testen ist.

Critical Thinking statt Templates

Die wichtigste Neuerung ist kulturell: GAMP 5 (2. Ausgabe) verlangt mitdenkende Ingenieure, keine Formularausfüller. Datenintegrität nach ALCOA+ wird von Beginn an mitgedacht, und die Validierung endet nicht mit der PQ: Change Control und Periodic Review halten den Status über den Lebenszyklus.

Weniger Dokumentation, mehr Datenintegrität: das ist kein Widerspruch, sondern das Ziel.

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