
Wenn von GMP die Rede ist, denken viele an den Prozess selbst. Doch die Medien- und Versorgungssysteme, die Hilfsbetriebe, entscheiden im Hintergrund mit über die Produktqualität. Fällt hier etwas aus oder driftet weg, ist die ganze Produktion betroffen.
Hilfsbetriebe werden nicht einmal qualifiziert und dann vergessen. Sie verlangen ein laufendes Monitoring mit Trending, denn Abweichungen kündigen sich oft langsam an. Ein driftender TOC-Wert oder eine schleichende Verkeimung im Verteilsystem ist früh erkennbar, wenn man die richtigen Parameter im Blick behält.
Die Hilfsbetriebe stehen selten im Rampenlicht, bis sie ausfallen.
Gerade bei Utilities zahlt sich Betriebsnähe aus: Wer die Anlage im laufenden GMP-Betrieb kennt, erkennt Schwachstellen, bevor sie zu Abweichungen werden. Genau das ist unser Ansatz im operativen Betriebsengineering.
Wassersysteme für PW und WFI werden nach der Inbetriebnahme üblicherweise in drei Phasen qualifiziert. In den ersten beiden Phasen wird über jeweils mehrere Wochen intensiv beprobt, zunächst an allen Entnahmestellen, um Erzeugung, Speicherung und Verteilung stabil nachzuweisen.
Die dritte Phase begleitet den Routinebetrieb über einen vollen Jahreszyklus. Erst so lassen sich saisonale Einflüsse erfassen, etwa eine schwankende Speisewasserqualität oder Temperatureffekte im Ringsystem. Das Beprobungsprogramm wird dabei schrittweise auf den Routineumfang reduziert, ohne die Aussagekraft zu verlieren.
Wichtig ist, die Akzeptanzkriterien für chemische und mikrobiologische Parameter vor Beginn festzulegen und die Rückführbarkeit der Analytik sicherzustellen. Nur dann trägt die Qualifizierung die spätere Freigabe des Systems.
Ein wirksames Monitoring lebt von sinnvoll gesetzten Grenzen. Aktionsgrenzen sollten deutlich vor der Spezifikationsgrenze liegen, damit Gegenmassnahmen greifen, bevor die Produktqualität betroffen ist. Warngrenzen dienen der frühen Trenderkennung.
Die Herleitung dieser Grenzen ist risikobasiert im Sinne von ICH Q9 und stützt sich auf die historischen Daten des jeweiligen Systems, nicht auf pauschale Vorgaben. Ein langsam steigender TOC-Wert oder eine wandernde Keimzahl wird so als Trend sichtbar, lange bevor eine Grenze überschritten ist.
Entscheidend ist der konsequente Umgang mit Ergebnissen ausserhalb der Erwartung: Out-of-Trend und Out-of-Specification werden dokumentiert, bewertet und in Massnahmen überführt. So bleibt das Monitoring prüffest und liefert im Audit eine nachvollziehbare Geschichte statt loser Einzelwerte.
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