
Die Computer System Validation (CSV) hat einen schlechten Ruf: zu oft steht sie für Stapel von Testskripten, die niemand liest. Die zweite Edition von GAMP 5 räumt damit auf und rückt den eigentlichen Zweck in den Vordergrund: belastbare Datenintegrität bei angemessenem Aufwand.
Der Kern bleibt der risikobasierte Ansatz: Der Validierungsaufwand richtet sich nach Patientenrisiko und GxP-Impact, nicht nach dem Prinzip „alles testen“. Systeme mit geringem Risiko werden schlank behandelt, kritische Funktionen dafür umso gründlicher.
Eine saubere Zuordnung in die GAMP-Softwarekategorien (1/3/4/5) entscheidet über den Weg. Bei Standardsoftware lässt sich die Arbeit des Lieferanten nutzen: ein qualifiziertes Lieferanten-Assessment vermeidet Doppelarbeit, statt jeden Testfall selbst zu wiederholen.
Die wichtigste Neuerung ist kulturell: GAMP 5 (2nd Ed.) verlangt mitdenkende Ingenieure, keine Formularausfüller. Datenintegrität nach ALCOA+ wird von Beginn an mitgedacht, und die Validierung endet nicht mit der PQ: Change Control und Periodic Review halten den Status über den Lebenszyklus.
Weniger Dokumentation, mehr Datenintegrität: das ist kein Widerspruch, sondern das Ziel.
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